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Thema: Wie schlecht geht es unseren Bienen wirklich?

Referent: Dr. Gerhard Liebig von der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim

Am 24.01.2010 war als Referent Dr. Gerhard Liebig vom Bieneninstitut Hohenheim vom Bienenzuchtverein Edelsfeld eingeladen worden, um über Gedeih und Verderb der Bienen zu erzählen. Mehr als 150 interessierte Imker aus Edelsfeld und auch anderen Vereinen hörten diesem Vortrag aufmerksam zu. Dr. Gerhard Liebig erklärte zu Beginn seines Vortrages, dass auch im Winter 2009/10 wieder hohe Verluste zu erwarten seien. Auf seine Frage, ob dieser Winter gut oder schlecht für die Bienen sei, war die einhellige Meinung, dass ein durchgängig kalter Winter besser für die Bienen ist, als ein Winter mit wechselhaften Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Dr. Gerhard Liebig konnte hier anhand von Studien mittels Diagrammen, teilweise über mehrere Jahre hinweg, sehr anschaulich darlegen, dass diese Meinung falsch ist. Ein warmer Winter sei für die Bienen verträglicher, hier überwintern die Bienen im Durchschnitt besser.

Auch verschiedene andere Irrtümer, die teilweise durch die Presse geisterten, konnte Dr. Gerhard Liebig schnell und klar widerlegen. Als anschaulichstes Beispiel nannte er das in der Presse verkündete Völkersterben durch das Ausbringen der Maissaat. Nach den Recherchen von Liebig starb kein einziges Volk, viele Völker wurden jedoch stark geschwächt.

Es stellte sich relativ schnell heraus, dass einzig und allein die Bekämpfung der Varroa-Milbe mit ihren Begleiterscheinungen ausschlaggebend ist, ob ein Volk durch den Winter kommt oder nicht. Dr. Gerhard Liebig erklärte seine Betriebsweise und konnte anhand von Zahlen seinen Erfolg gut belegen. Leider stellte sich auch hier wieder heraus, dass die meisten Völkerverluste durch den Imker verursacht und nicht verhindert werden.

Eine gründliche und rechtzeitige Varroabehandlung ist die Vorraussetzung für eine gute Überwinterung. Alle anderen Faktoren, die viele Imker immer wieder nennen oder in der Presse veröffentlicht werden, haben, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.